Allen Ballast abwerfen

Das Geld hat den Menschen ermöglicht, den Wert von Dingen in ein Verhältnis zueinander zu setzen. Im alten Athen etwa waren Fische einst teurer als Frauen. Doch wer reich war, konnte schon im Folgejahr verarmen. Was uns das antike Geldwesen zu Silvester lehrt. VON FRANZISKA AUGSTEIN In Griechenland hat ein Steuerwesen auf luschiger Grundlage Tradition: Zu Zeiten der athenischen Polis wurde nicht geprüft, was ein Mann besaß und verdiente. Alleine seine Angaben genügten zur Besteuerung. Um … [Read more...]

Bares ist Wahres

Immer mehr Ökonomen würden am liebsten das Bargeld abschaffen. Künftig soll ein jeder mit Karte zahlen. Das führt zur Überwachung des Geldverkehrs und macht damit alle Privatheit zunichte. Und die Bürger sind den Banken ausgeliefert VON FRANZISKA AUGSTEIN Homer, Dichter der „Ilias“, kannte noch keine Münzen, Geldscheine kannte er schon gar nicht. Immer mehr Ökonomen wollen nun zurück zu diesen homerischen Zuständen, und die Frankfurter Allgemeine Zeitung (nicht aus Liebe zur Altphilologie) … [Read more...]

Die erste Seite ist der Vertrag mit dem Leser

Julian Barnes über das Schreiben, den Brexit, die Rolle des Geldes und darüber, warum Großbritannien ein seltsames Land geworden ist INTERVIEW: FRANZISKA AUGSTEIN An diesem Freitag erhält der britische Autor Julian Barnes für sein erzählerisches Werk den Siegfried-Lenz-Preis. Seine Eltern waren Französischlehrer, Julian Barnes selbst liebt Frankreich ebenso wie England. Sein erstes Buch, „Metroland“ (1980) handelt auch von Frankreich. Mittlerweile ist er weltberühmt. Er gehört zu den wenigen … [Read more...]

Rede zum Niedersächsichen Bibliothekstag 2016

Die imposante Bibliothek von Alexandria ging unter – ähnlich wie große Reiche untergehen, mählich, erst im Nachhinein wirklich wahrnehmbar. Gegründet worden war sie 300 Jahre vor der Zeitrechnung. Wann die letzten Papyrus- und Pergamentrollen zuschanden gingen, weiß niemand, vielleicht einige Jahre vor Christi Geburt, vielleicht erst einige Jahrhunderte später. Forscher meinen, es sei nicht ein Großbrand gewesen, der die Bibliothek vernichtete, eher wohl der Zahn der Zeit. Wie dürfen wir uns das … [Read more...]

An Geld gewöhnt

VON FRANZISKA AUGSTEIN Montaigne, der auf die Moral der Menschen nicht viel gab, stellte einmal fest: „Wir schwanken zwischen verschiedenen Meinungen, nichts wollen wir aus freien Stücken, nichts mit festem Sinne, nichts mit Beharrlichkeit.“ Damit ist Hillary Clintons Haltung gut beschrieben. Früher konnte sie, die erfolgreiche Anwältin, mit Feminismus wenig anfangen. Aber was redet sie heute nicht alles, um sich Frauen gewogen zu machen! 1992 wandte sie sich gegen das Nordamerikanische … [Read more...]