Bundesrepublik mit Klavierbegleitung und fröhlicher Meinungsvielfalt: Der Zeithistoriker Peter Hoeres erzählt die Geschichte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. VON FRANZISKA AUGSTEIN Durch die Frankfurter Allgemeine Zeitung zieht seit ihrer Gründung 1949 der Geist des Elitären. Damit einher kommt, immer mal wieder, exzentrisches Gehabe. Bei der Redaktion der FAZ ist man nicht bloß angestellt worden, man ist eingetreten, so wie andere in einen Orden eintreten. Anders als Journalisten der … [Read more...]
Sparen um jeden Preis
Die deutschen Unternehmen fürchten eine Rezession. Was soll der Staat tun? Jetzt sparen? Drei Wirtschaftswissenschaftler sprechen der Austeritätspolitik das Wort. Ihre Zahlen sind interessant, überzeugend sind sie nicht. VON FRANZISKA AUGSTEIN In Deutschland ist das Wort nicht beliebt. Auch wer für Austerität plädiert, nimmt das Wort nicht gern in den Mund. Hierzulande wird lieber von „Sparen“ geredet, wenn es darum geht, am Wohlfahrtsstaat rumzuknapsen. Gegen das Sparen kann ja niemand sein. … [Read more...]
Entzauberung
In Deutschland gibt es zwei Ikonen: Ludwig Erhard als Minister des „Wirtschaftswunders“ und die Bundesbank als Hüterin der starken Mark. Beides: Kokolores – laut Ulrike Herrmann, die ein fabelhaftes Buch über das deutsche „Wirtschaftsmärchen“ verfasst hat. VON FRANZISKA AUGSTEIN Die meisten Deutschen hängen der D-Mark nach, wie man es sonst nur tut, wenn der Hund gestorben ist, der jahrelange Begleiter, oder die Katze oder der Kanarienvogel. Die meisten älteren Westdeutschen halten große … [Read more...]
Wir müssen
Der englische Journalist Paul Mason attackiert noch einmal den Neoliberalismus und skizziert Wege in eine „klare, lichte Zukunft“. VON FRANZISKA AUGSTEIN Paul Mason einen marxistischen Spinner zu nennen, täte beiden unrecht: ihm und Karl Marx. Mason vertritt vielmehr, was David Hume und andere schottische Aufklärungsphilosophen als „Enthusiasmus“ bezeichneten: Die Vernunft verliert die Bodenhaftung, sie schwingt sich hoch und höher, bis sie in höchsten Sphären auf ihren Vetter namens … [Read more...]
Politische Kollateralschäden
Hans-Peter Kriemann erklärt, warum Rot-Grün 1999 beim Nato-Krieg gegen Serbien mitmachte. VON FRANZISKA AUGSTEIN Als die Nato im Frühjahr 1999 gegen Jugoslawien und seinen serbischen Präsidenten Slobodan Milošević einen Luftkrieg führte, wurden Präzisionswaffen eingesetzt, deren angepriesene Zielgenauigkeit dazu führte, dass ungefähr 500 Zivilisten zu Tode kamen. Hier attackierte die Nato eine Eisenbahn, dort einen Flüchtlingstreck. Aus Versehen – vermutlich war es wirklich ein Versehen – … [Read more...]